Eine seriöse Ja-oder-Nein-Antwort gibt es nicht. Kaspersky fand 2019 in einer Android-Version von CamScanner eine schädliche Komponente; daraus folgt nicht, dass aktuelle iPhone- oder Android-Versionen Malware enthalten. Heute prüfbar sind vor allem die selbst gemeldeten App-Store-Datenschutzangaben und die Datenschutzrichtlinie. Bei sensiblen Dokumenten sollten Datenweg, Konto, Cloud, Freigabe und Telemetrie entscheidend sein.
Redaktioneller Hinweis: Quellen geprüft am 19. August 2026. Dieser Beitrag fasst veröffentlichte Quellen zusammen und ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder Sicherheitsberatung.
Was heute belegt ist
Der aktuelle US-App-Store-Eintrag nennt INTSIG Information Co., Ltd als Anbieter. Das Datenschutzlabel nennt Kennungen und Nutzungsdaten für Tracking sowie Kontaktinformationen, Nutzerinhalte, Diagnosen und weitere Kategorien, die je nach Funktion erhoben werden können. Apple weist darauf hin, dass diese Angaben vom Entwickler stammen und nicht von Apple verifiziert sind.
Die CamScanner-Datenschutzrichtlinie beschreibt Konten, Synchronisation, OCR-Uploads, Weitergabe, Speicherung und grenzüberschreitende Übermittlung. Sie beweist nicht, dass jede Kategorie in jeder Sitzung erhoben wird.
Was 2019 geschah
Kaspersky berichtete über einen Trojan-Dropper in einer Werbebibliothek einer Android-Version. Der Code wurde nach der Meldung entfernt und die App später wieder in Google Play aufgenommen. Der Vorfall ist wichtige historische Evidenz, aber kein Nachweis für heutige iOS-Malware.
Praktische Prüfung
Vergleichen Sie Dokumentensensibilität, lokalen oder serverseitigen OCR-Weg, Speicherort, Konto- und Freigabefunktionen, Telemetrie und die Möglichkeit, Dateien ohne die App wieder zu öffnen. Öffentliche Quellen enthalten keinen aktuellen unabhängigen Netzwerk-Mitschnitt jeder CamScanner-Funktion.
Was die öffentlichen Quellen nicht belegen
Sie belegen nicht, dass jedes Dokument hochgeladen wird, wenn Cloud- und Kollaborationsfunktionen abgeschaltet sind. Sie benennen nicht den physischen Speicherort für jede Nutzerin, jede Region und jede Funktion. Sie belegen nicht, dass eine Behörde oder ein Dritter auf die Scans einer bestimmten Person zugegriffen hat. Sie liefern keine aktuelle unabhängige Netzwerkanalyse der iPhone-App. Und ein selbst ausgefülltes Datenschutzlabel wird durch sie nicht zur unabhängigen Prüfung des tatsächlichen App-Verhaltens.
Kurz gesagt: Der Unterschied zwischen „ist offengelegt“ und „ist unabhängig überprüft“ ist genau der Punkt, an dem die meisten Aussagen im Netz zu weit gehen.
Also: CamScanner benutzen oder nicht?
Für wenig sensible Dokumente können Menschen, die den plattformübergreifenden Ablauf und die Kollaborationswerkzeuge von CamScanner schätzen, die offengelegten Kompromisse als akzeptabel empfinden. Für Ausweisdokumente, Arztunterlagen, Steuerunterlagen oder vertrauliche Verträge gilt die umgekehrte Reihenfolge: den kürzesten Datenweg wählen, der die Aufgabe erledigt — lokale Verarbeitung, lokaler Export, möglichst wenig Kontoabhängigkeit und ein Backup, das dir gehört.
Die Belege tragen Vorsicht und bewusste Konfiguration. Sie tragen nicht die Behauptung, die heutige App sei Schadsoftware — und ebenso wenig die Gegenbehauptung, es gebe nichts zu bedenken.
Wie ScanLens einzuordnen ist
ScanLens verarbeitet OCR auf dem iPhone und verlangt zum Scannen kein ScanLens-Konto. Das eigene App-Store-Label nennt jedoch Datenkategorien für Analyse, Personalisierung und App-Funktionalität. Die korrekte Aussage ist daher nicht „keine Daten“, sondern der engere, überprüfbare lokale OCR-Weg. Siehe auch Datenschutz und Dokumentensicherheit.